Amphi - Festival 2015

25. – 26.07.2015, Köln (Amphi Eventpark / Lanxess Arena)

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15.08.2015 - Ein historisches Ereignis bahnte sich an... Das Amphi – Festival zog dieses Jahr vom Tanzbrunnen zum Amphi Eventpark / Lanxess Arena um... Eine andere, größere Location.... Schon im Vorfeld wurden viele Diskussionen geführt, Befürchtungen geäußert. Unsere Szene ist nicht für Innovationen und Weiterentwicklungen bekannt... Somit war allen klar, es würde genörgelt werden. Egal was die Veranstalter Von:

Image (Foto: friendlybat.de)

Zu der Locationänderung kam am Samstag dann auch noch „Zeljko“!
Nein, das ist kein neuer, innovativer Elektro – Act aus Südosteuropa...
Das Sturmtief „Zeljko“ wirbelte das geplante Programm mal richtig durcheinander. Nach Unwetterwarnung und behördlicher Anordnung wurde der gesamte Außenbereich der Arena gesperrt. Die beiden Außenbühnen, das gesamte Rahmenprogramm, die Verkaufsstände wurden abgesagt bzw. zugemacht.

Das Publikum wurde so gesehen in der Arena festgehalten...
Das Programm wurde in Rekordzeit umgestellt. Teilweise wurde das Rahmenprogramm auch ganz abgesagt. Natürlich sorgte dies für Verärgerung beim Publikum.
Ein Teil der geplanten Konzerte & Veranstaltungen wurde am Sonntag nachgeholt bzw. in die Arena verlegt. Eine echte Mammutaufgabe der Veranstalter.

An alle Nörgler; „Früher-war-alles-besser“ – Erzähler und ewig Gestrigen:
Leute! Für einen Sturm, bzw. eine behördliche Anordnung kann keiner was!
So etwas geschah zu unserer aller Sicherheit.

Die meisten von Euch sind Ü30 nicht Ü70.... Änderungen & Wandel gehören zum Leben!
Entspannt Euch mal... Das Staatenhaus am Tanzbrunnen war gruselig!
Weder akustisch noch klimatisch kann es mit der Lanxess Arena mithalten!

Wären wir noch am Tanzbrunnen gewesen, wäre die gesamte Veranstaltung abgesagt
worden! Seid froh, dankbar und glücklich!

Samstag, 25.07.2015
The Crüxshadows
Hübsche Tänzerinnen, ein durch E – Geigen verfeinerter Sound und ein ausgesprochen agiler Frontmann, der den Publikumskontakt liebt; das ist das Erfolgsrezept der Crüxshadows.
Sänger Rogue enterte die Bühne der Lanxess Arena und legte sich bei „And I Believe“ gleich mächtig ins Zeug. Wie üblich mit Headset – Mikro und LEDs an den Händen ausgestattet, tobte der Amerikaner voll unbändiger Energie. Der fesselnde Sound von „Quicksilver“ oder „Deception“ und die mitreißende Show waren ein echter Höhepunkt des Festivals. Durchdachte Show, gute Songs, perfekte Kommunikation mit dem Publikum – was will man mehr?

DAF
Sänger Gabi Delgado – Lopez, Robert Görl & Co. spielten sowohl neue Stücke wie “Der Sheriff”, aber auch Kultstücke wie “Der Mussolini“. DAF boten ein absolutes Kontrastprogramm, ihre reduzierte Klarheit in der Sprache und Musik ist einmalig. DAF haben die elektronische Musik wie keine andere Band geprägt. Die ultraharten Elektrosounds peitschten durch die Arena. Wie immer schwang der Gesang von Gabi D. zwischen „poetisch-philosophisch und politisch-kontrovers“. DAF sind unzerstörbar. Sehr cooles Konzert. So muss Oldschool - Elektro klingen!

Agonoize
Die Bühne und der Graben wurden mit Planen ausgelegt. Dies war auch wichtig, wie sich herausstellen sollte. Warum? Sänger Chris fing an, an sich „rumzuschnibbeln“... Finger, Arme, sonstige Körperteile wurden sauber abgetrennt.... Kehlen und Pulsadern wurden aufgeschlitzt... Das Blut spritzte nur so in die ersten 15 Reihen der Mainstage. Wer Kunstblutflecken ab kann und keinen empfindlichen Magen hat, war hier gut aufgehoben. Für Freunde des Genres „Splatter“....
Aber irgendwie bleibt die Musik bei dem Spuk auf der Strecke.

Goethes Erben
Oswald Henke & Co. in einer so riesigen Arena.... puh! Seufz...
Sorry, aber manche Künstler passen nicht in eine so große Halle. Goethes Erben gehören zu dieser Kategorie. In kleinen Clubs, in Theatern, bei Kerzenschein... so entfalten Goethes Erben die magische Wirkung... Sorry, aber so war das nichts. Irgendwie fehlte die dementsprechende
Stimmung.

Sonntag, 26.07.2015
The Creepshow
Angekündigt als „das heißeste was es gibt in 2015“....
Sängerin Kenda, Sick Boi, Matt Pomade und Reverend McGinty spielten auf der Orbit Stage. The Creepshow - Das ist eine Musikmischung aus Punk, Surf, Folk, Rock´n´Roll und Psychobilly! Das muss ja funktionieren. Das ist Party. Und auch optisch: Eine gut aussehende Frau steht inmitten von drei finster dreinblickenden Jungs – das läuft.

SPOCK
Endlich spielten mal wieder die schwedischen Science Fiction-Liebhaber S.P.O.C.K.! Lange hatte man nichts mehr von S.P.O.C.K. gehört und gesehen. Wir freuten uns eine solide Mischung des bisherigen Schaffens mit Fokus auf die altbewährten Klassiker wie „Never trust a Klingon“ oder „Astrogirl“ zu hören. Aber auch Songs wie „Dr. McCoy“ und „Queen of space“ wurden zum besten gegeben. Lieber die alten Herren von S.P.O.C.K., bzw. die Nummer 1 Sci Fy Boyband als
irgendein seelen- und emotionsloser BumBum – Elektro. Selbst auf den Rängen wurde mitgetanzt - die Atmosphäre in der Arena war ausgelassen.

Combichrist
Andy LaPlegua rockte die Bühne in der Arena. Das Set bestand aus einem Querschnitt aus
altbekannten Hits und aktuellen Songs. Natürlich fehlten nicht die Alltime – Favorites wie „Shut up and swallow“, „Today I woke to the rain of blood“. Hier wurde die Anlage der Arena mal richtig ausgefahren. Ohne Ohrenschutz gab es Ohrenschmerz…. Krasse Elektroaktion....

Welle:Erdball
Honey inszenierte mal wieder die perfekte Show....
Es gibt keinen Entertainer, der es so gut versteht, die Zuschauer mitzunehmen auf eine Reise, eine Reise ins Welle:Erdball-Universum....
Gewisse Standards des Welle:Erdball - Entertainments sind die Huldigungen an den C64.
Bei "Schweben, Fliegen, Fallen" kommen die weißen "Welle:Erdbälle" zum Einsatz. Die Menge jubelt, jeder möchte am liebsten einen solchen Ball mit nach Hause nehmen. Frl. Venus und Plastique beschossen sich und das Publikum mit Wasserpistolen. Honey & Co. Ihr habt mal wieder Vollgas gegeben. Welle:Erdball kann man nicht oft genug sehen. Immer wieder sieht man Showelemente, die einem vorher nicht aufgefallen sind. Sehr fein... Immer wieder gerne....

Oomph!
Es gibt nur ein Gas und das ist Knallgas... und dieses wurde Dero, Crap (Gitarre), Flux (Schlagzeug) und Co. gegeben. Gleich zu Anfang betonte Dero, dass ALLES, sprich die gesamte Musik live gespielt wird bei Oomph.
Insgesamt wurde eine hervorragende Mischung aus alten Hits („Das weiße Licht“, „Neuer Gott“, „Wunschkind“, „1-2-3 Eckstein“ und vielen weiteren) und natürlich aus Songs des aktuellen Albums gespielt. Harte Gitarren, elektronische Töne und vibrierender Bass bestimmen den Sound.
Die Ansagen von Dero unterstreichen die Partystimmung! Sehr souverän....

VNV Nation
Noch bevor Sänger Ronan & Co. richtig anfangen, wird es in der Lanxess Arena richtig voll, beständig strömen die Fans vor die Bühne. Roman brauchte nicht lange und das Publikum war Wachs in seinen Händen. Er ist halt nicht nur der geborene Entertainer, sondern versprüht auch unablässig Unmengen an guter Laune und „Partyalarm“...
Es dauerte wie immer nicht lange, dann explodierten die Fans fast. Und das ohne große Bühnendeko. Alleine Roman und seiner grandiosen Bühnenpräsenz ist es zu verdanken, dass technischen Hilfsmittel nicht gebraucht wurden. Als er dann noch sagte, dass er jetzt wisse wie sich depeche Mode gefühlt haben hier in der Lanxess Arena, war es wirklich um die Fans geschehen.
Er könnte, glaube ich, jeden Saal und jedes Festival zum Kochen bringen.
Dies alles trägt zur besonderen Atmosphäre an diesem Sonntagabend bei. Was für ein schöner feierlicher Abschluss für das Amphi 2015.

Allgemeines:
Getränke & Catering:
Nein die Preise waren nicht wie versprochen günstiger...
Aber man hatte problemlos die Möglichkeit, sowohl für Catering als auch Getränke mal eben 5 Minuten nach Deutz zu laufen... man musste nichts auf dem Gelände kaufen! Alles war problemlos und für normale Preise erhältlich. Man war nicht mehr so abgeschnitten von allem wie am Tanzbrunnen. Oder man kaufte auf dem Festivalgelände. Egal wie voll es war... man bekam immer nach kurzer Zeit in der Arena ein Getränk. Hier ist der Service es gewohnt (teilweise) mehrmals in der Woche ca. 20.000 Leute zu bedienen!

Fans
Eure Outfits waren mal wieder vom feinsten. Egal ob „Grande Dame der viktorianischen Zeit“, „Steam – Punk“ oder „Latex – Girl“. Perfekte Outfits wo man nur hinguckte. Sehr gut.

Security...
Sagen wir es mal so:
Von Note „ungenügend“ (letztes Jahr) hat man sich dieses Jahr auf „ein schwaches ausreichend“ hochgearbeitet. Man war stets bemüht bzw. etwas freundlicher & kommunikativer als in den
Jahren zuvor. Aber von „gut“ Lichtjahre entfernt.
Was nicht geht:
Wenn man seinen Sitzplatz in der Arena verlassen hat um auf Toilette zu gehen oder sich was zu trinken zu holen etc. wurde man teilweise nicht mehr zurück in die Halle gelassen. Egal ob da noch persönliche Sachen o.ä. waren.
Oder:
Samstag als die Stimmung wegen der ausgefallenen Konzerte sowieso schon kippte,
bekamen die Pressevertreter dann auch noch folgende Anweisung:
Zur Pressearea / Cafe durften auch Pressevertreter nicht mehr Aufzug fahren...
Angeblich wünschten dies einige Künstler nicht, die den selben Aufzug nutzten...
Ohne Worte! Unfassbar!

Rahmenprogramm und Verkaufsstände
Der Sonntag war traumhaft.... super Wetter!
Das gesamte Rahmenprogramm lief. Man konnte neue interessante Verkaufsstände
entdecken. Auch die Auswahl beim Catering war gut und reichhaltig, aber auch nicht
kostengünstig. Es blieben keine Wünsche offen.

Besonders Positiv am Dunkel Volk Stand:
Der Dunkel Volk Stand ist das Herz & die Seele des Festivals! Die Damen und Herren arbeiten EHRENAMTLICH! Heißt: Sie kommen aus der gesamten Republik nach Köln, machen da einen guten Wochenendjob (3 – 4 Tage!) und dies alles für 0 Euro! Es wird viel Zeit und Geld für uns alle geopfert! Auch spät Abends haben die Jungs & Mädels vom Dunkel Volk noch freundlich und kompetent weitergeholfen! @ Dunkel Volk: Ihr seit die wahren Helden des Festivals!
Ihr lebt den „Szene – Gedanken“! Vielen Dank & Respekt für diese Leistung!

Besonders Negativ am Dunkel Volk Stand:
Samstags nach 19 Uhr... ein Typ (optisch „Hard – core EBM´ler“) kommt zum Dunkel Volk Stand: Beschwert sich, dass Band XY nicht spielt, wird sofort pappig und unverschämt. Fast schon persönlich beleidigend. Geht gar nicht! So etwas möchte ich nicht mehr mitbekommen/ erleben....

Klima & Akustik in der Arena:
Na, wenn das mal kein Unterschied zum Staatenhaus war...
Gefühlte, angenehme 22 – 24 Grad, dazu Sauerstoff und perfekte Akustik und das den ganzen Tag! Was will man mehr? So etwas kennen wir ja gar nicht!

Rückblick / Ausblick:
Alles in allem ein gelungenes Wochenende....
Gute Arbeit von den Organisatoren und allen Helfern!
Klima & Akustik in der Arena sind herausragend! Wir sehen uns 2016 in der schönsten Stadt Deutschlands, in Köln wieder!

SchöngeistChrom
Umsetzung: Die Randgruppe GmbH