Amphi - Festival 2013

Von den Überlebenden der Gluthölle von Köln-Deutz

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03.08.2013 - Köln, Tanzbrunnen, 20.07. – 21.07.2013 Willkommen in der schönsten Stadt Deutschlands! Willkommen in Köln! Zum neunten Mal wurde es am Tanzbrunnen in Köln wieder dunkel! 2 Tage mit über 40 Bands, Künstlern und anspruchsvollem Rahmenprogramm erwartete die über 16.000 Besucher aus über 30 Nationen. Von: schwarzklang

Image (Foto: M.Müller)

Am Freitag startete das diesjährige Amphi-Festival mit der traditionellen Pre-Party im Alten Wartesaal und dem Eröffnungsevent „Call The Ship To Port“ auf der MS Rheinenergie. An Bord des Schiffs erlebten 1111 Gäste eine stimmungsvolle Gothic-Rundfahrt auf dem Rhein mit exklusiven Konzerten von Classic & Depeche, Welle:Erdball (als 80er Synthi-Duo) und Covenant. Diejenigen, die mitgefahren sind, haben übereinstimmend berichtet, dass es ein sehr stimmungsvoller, schöner Abend war.

Am Samstag begann dann das eigentliche Festival.
Nach dem „Check-in“ (an die Security: Danke für die gute Zusammenarbeit! Ihr habt einen harten & guten Job gemacht!) und einer ersten „Akklimatisierung“ ging es dann los.

Vom Dark Wave, Punk, Gohic, New Romantik, Future-pop, Elektro-pop bis zu Mittelalterrock und Hardrock war alles vertreten. Zwei Tage Vollgas waren angesagt.

Die Besucher waren wieder sehr vielfältig und teilweise anspruchsvoll angezogen.
Aufwändige, opulente Kostüme.... bei über 30 Gard in der Sonne bestimmt kein Spaß!
Auch die Gummi, Lack und Leder – Fraktion.... da war Gären im eigenen Saft angesagt...

Gutes Wetter ist ja schön.... aber spätestens am Samstag um ca. 15 Uhr sah man die
ersten Hitzeopfer... Sonnenbrände in allen schillernden Rottönen (jeder Dermatologe hätte seine Freude daran..). Immer hart am Hitzschlag! Das ist Rock´n ´Roll!

Auszüge aus dem Programm:
Samstag, 20.07.2013

Stahlmann
Für die frühe Uhrzeit (12.50 Uhr) rockten Sänger Mart & Co. die Mainstage schon ordentlich.
Die Göttinger haben in den letzten Jahren reichlich Bühnenerfahrung u.a. als Support von Tanzwut gesammelt. Dennoch dauert es, bis das Amphi – Publikum zur Mittagszeit in Partystimmung war. War es zu heiß? Das man teilweise an die berühmte Band mit dem rollenden R denken muss und auch die Show teilweise frappierend ähnlich ist – geschenkt!
Es ging darum das Amphi – Publikum aus seiner Mittagsträgheit zu holen! Das haben die Jungs mit Hits wie „Hass mich...lieb mich“ oder „Spring nicht“ geschafft. Insgesamt für die Uhrzeit und Hitze sehr gelungen.....

Frozen Plasma
Frozen Plasma betraten wie gewohnt mit kraftvollen, tanzbaren Songs, die Bühne und begeisterten das Publikum. Sänger Felix fegte trotz stickiger Luft über die Bühne. Es war "Fitnesstraining" vom Feinsten angesagt. Mit Songs wie "Irony", "Tanz die Revolution", "Hypocrite" ging die Post ab. Trotz der Hitze sorgten Sänger Felix und Vasi (Keys) dafür, dass die Fans auf Ihre Kosten kamen.

Tanzwut
Am Anfang war der Sound ein bisschen mau und breiig... wurde dann aber besser!
Jetzt war die Mittelalterfraktion wach und am Start!
Es dauerte nicht lange und die Stimmung war „tanzwütig“! Songs wie „Extase", "Signum Ignitum“ „Vulkan“ und „Götterfunken“ sorgten dafür, dass das Publikum tobte. Stimmung wie bei einem 1 FC Köln - Heimsieg!

De/Vision
Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass Steffen an dem frühen Samstagabend keine Lust hatte. Vielleicht war es Ihm auch zu heiß. Es fehlte dieser gewisse Funken „Spielfreude“....
Trotz allem wurde das gesamte breite Spektrum des De/Vision – Repertoires präsentiert. Von melancholischer Ballade und den Midtemposongs bis zu Electrorock und Dance wurde alles geboten.
Obwohl Steffen nicht den besten Tag hatte, kam nach knapp 50 min. endlich sowas wie Stimmung auf. Man spürte Emotionen und Adrenalin in der Luft....

Suicide Commando
Der belgische Frontmann Johan van Roy schaffte es, das Publikum für sich einzunehmen. Wie ein Derwisch fegte er über die Bühne! Jeder der Anwesenden kann die bekannten Clubhymnen runter beten: „Traumatize“, „Save me“ oder „See you in hell“. Ein Electrokracher reihte sich an den nächsten. Die hungrige Electro-Meute saugte die Hits nur so in sich auf.

VNV Nation
Noch bevor Sänger Ronan & Co. richtig anfangen, wird es vor der Mainstage richtig voll, beständig strömen die Fans vor die Bühne. Roman brauchte nicht lange und das Publikum war Wachs in seinen Händen. Er ist halt nicht nur der geborene Entertainer, sondern versprüht auch unablässig Unmengen an guter Laune und „Partyalarm“...
Es dauerte wie immer nicht lange, dann explodierten die Fans fast. Und das ohne große Bühnendeko, Licht- und Lasershow, ohne riesige LED - Wände. Alleine Roman und seiner grandiosen Bühnenpräsenz ist es zu verdanken, dass diese technischen Hilfsmittel nicht gebraucht wurden. Er könnte, glaube ich, jeden Saal und jedes Festival zum Kochen bringen. Auch seine Interaktionen mit dem Publikum, insbesondere auch mit den ausländischen Besuchern, einfach klasse! Entertainment der gehobenen Klasse!
Dies alles trägt zur besonderen Atmosphäre an diesem Samstagabend bei. Konzerthöhepunkte sind Songs wie „Control“ und „Nova“. Was für ein schöner feierlicher Abschluss für den Amphi – Samstag.

Atari Teenage Riot
Was war das den? Alec Empire & Co. wurden angekündigt, als das Größte seit dem Urknall.
Bzw. „Kein kommerzieller Kompromiss, keine Anbiederung“. Ich mag durchaus auch mal komplett durchgeknallte Sachen, bin durchaus offen für komplett andere Musikstile, aber dies war mir zu durchgeknallt.... und die Luft im Staatenhaus war an diesem Abend fast komplett Sauerstoffbefreit..... Ich musste raus....

Sonntag, 21.07.2013

Ben Ivory
Trotz der frühen Uhrzeit schaffte es Ben Ivory und seine Livecrew schnell, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Ben ist einer der Nachwuchskünstler von dem wir noch viel hören werden in den nächsten Jahren. Er schafft es mit seiner smarten, sensiblen Art und ungeheuer viel Power sein Publikum zu begeistern.
Man merkte, dass Ben sich wohler fühlte als beim Eurovision Song Contest. Sowohl die aktuelle Single „The Righteous Ones“ als auch Songs vom Album „Neon Cathedral“ wurden perfekt inszeniert und präsentiert.

Letzte Instanz
Sänger Holly & Co. präsentierten ihre Trilogie, bestehend aus den Veröffentlichungen „Schuldig, Heilig und Ewig“! Die sorgten durchaus für Freudentänze. Klassiker wie „Flucht ins Glück“, „Finsternis“ und „Dein Licht“ wurden geboten. Holly sorgt wie immer für beste Unterhaltung/Animation in Form von Sprüchen wie „Und nur die Männer! Und jetzt nur die Frauen!“. Es wurde mit gegrölt und mit gesungen. Die Jungs von Letzte Instanz ließen trotz Hitze keine Verschnaufpausen zu.

Diary of Dreams
Rar haben sich Adrian Hates und seine Mannen in den letzten Monaten gemacht. Zumindest was die absolvierten Live Auftritte angeht. Dies soll sich spätestens ab dem Amphi ändern. Adrian Hates‘ unverwechselbaren Gesang in Kombination mit der Wärme der alten Songs durch Schlagzeug, Klavier, Akustikgitarre, Akustikbass, Cello, Kontrabass. Bei den Balladen konnte man von der der ersten Sekunde an eine Stecknadel fallen hören. Diary of Dreams waren einer der Höhepunkte am Sonntag.

Oomph!
Es ertönte ein Nebelhorn! Die „Matrosen“ von Oomph! inkl. Crap (Gitarre), Flux (Schlagzeug) und „Kapitän“ Dero kamen auf die Bühne und übernahmen das Steuer! Dero mit rotem Umhang, roter Maske, roten Handschuhen und roter Schminke im Gesicht. Von Anfang an wurde Vollgas gegeben.
Insgesamt wurde eine hervorragende Mischung aus alten Hits („Das weiße Licht“, „Neuer Gott“, „Wunschkind“, „1-2-3 Eckstein“ und vielen weitern) und natürlich aus Songs des neuen Albums wie „Zwei Schritte vor“, „Kleinstadtboy“, „Seemannsrose“ und weiteren gespielt.
Harte Gitarren, elektronische Töne und vibrierender Bass bestimmen den Sound. Die
Ansagen von Dero unterstreichen die Partystimmung! Kurz nach 20 Uhr endet der Gig mit vielen positiven und bleibenden Eindrücken.

Was gut war:
Die Backstage Crew des Staatenhauses!
Nett, höflich, flexibel, hilfsbereit, lösungsorientiert... so macht es Spaß zusammen
zu arbeiten... so freut man sich auf ein Wiedersehen, so ist es für alle Beteiligten stressfrei und angenehm. Ihr habt maßgeblich zum guten, reibungslosen Ablauf des Festivals
beigetragen. Vielen Dank hierfür.... Daumen hoch!

Was wir, als Pressevertreter nicht mehr erleben wollen:
Die Backstage Crew der Mainstage.....
Was war das den für eine Furie (Beruf: Stagebetreuung)? Ich hoffe, dass Madam nur einen Hitzeschaden hatte .... Wenn man nicht innerhalb von 3 min. 40 sec. seinen Interviewpartner findet wird man unter Androhungen von massiver Gewalt und sonstigen Zwangsmaßnahmen aus dem Backstagebereich entfernt....
Meine Liebe! Wir, die kleinen Fanzines, Radiosender etc. sichern Deinen Job! Wir, die wir kostenlos massiv Werbung machen, Eure Veranstaltung in der Öffentlichkeit bestmöglich, mit viel Herzblut und nah an den Fans präsentieren, sorgen in gewisser Weise dafür, das Du
(leider) Deinen Job behalten kannst. Immer mal drüber nachdenken, wer am Ende der
Nahrungskette steht.... Wer Wind sähet wird Sturm ernten....

Es war ein schönes, stimmungsvolles und abwechslungsreiches Wochenende, das hinter uns liegt. Schön war auch, mal wieder viele, gute alte Bekannte zu treffen.
Es war brutal heiß... in jeder Hinsicht.
Sind wir nicht alle ein bisschen Amphi? Bis zum nächsten Jahr! Wir freuen uns schon....

M.MüllerM.MüllerM.Müllervon M.MüllerHeppner - Foto von A. EngelfriedOomph - Foto von A. EngelfriedPhilip Boa - Foto von A. EngelfriedTanzwut - Foto von A. EngelfriedVNV Nation - Foto von A. EngelfriedFoto von M. Müller
Umsetzung: Die Randgruppe GmbH